Der Pferdezucht - Blog Teil 12: Die Besamung im Natursprung

Die Besamung im Natursprung stellt, wie das Wort bereits vermuten lässt, den natürlichen Akt der Bedeckung einer Stute dar, in dem der Hengst die Stute entweder an der Hand oder auf der Weide im natürlichen Akt deckt.

Während dieses Vorgehen aus der Vollblutzucht nicht wegzudenken ist, nehmen die Zahlen der Bedeckungen im Natursprung in der Warmblutzucht stetig ab. Dies liegt nicht nur am Verletzungsrisiko während des Deckaktes nicht, sondern auch daran, dass es immer einfacher wird, auf Frisch- oder Tiefgefriersamen zurückzugreifen und dann nur noch der Samen und nicht mehr die Stute oder der Hengst transportiert werden muss. Trotzdem liefern Bedeckungen im Natursprung nach wie vor die höchsten Trächtigkeitsraten.

Während man bei einer Bedeckung auf der Weide nahezu alles der Natur überlässt und die Stute mit einem Hengst eine gewisse Zeit, meist mehrere Tage, teilweise jedoch auch Monate, zusammen steht und diesen entweder den Deckakt vollziehen lässt oder ihn zurückweist, findet der Natursprung weitaus häufiger an der Hand statt. Hierbei wird der Hengst an der Hand geführt und einer Stute, die ebenfalls am Strick festgehalten wird, zugeführt. Die Stute entscheidet auch hier durch ihr Verhalten während des Abprobierens durch Zuwendung oder Abschlagen, ob sie rossig und somit paarungsbereit ist oder nicht. Beim Abprobieren wird der Hengst zunächst seitlich an die Stute herangeführt, wozwischen sich noch eine Wand befinden sollte, damit die beiden Pferde geschützt sind, sofern die Stute sich nicht in der Rosse befindet und den Deckakt nicht toleriert. Ist die Stute rossig, wird sie an der Zuwendung des Hengstes Gefallen finden, sich breitbeinig hinstellen, blitzen und Urin absetzen. Meist lässt sich eine Stute an zwei bis drei Tagen im Abstand von jeweils 48 Stunden decken, bevor sie den Hengst nach der Rosse wieder abschlägt. Bei der Bedeckung an der Hand ist es möglich, das Verletzungsrisiko für beide Pferde zu minimieren, indem die Stute mit Seilen am Austreten gehindert wird oder ihr eine stabile Decke als Schutz vor den Hufen und vor Bissen des Hengstes angelegt wird. Ebenso kann ein Abstandshalter das Durchdecken, also das zu tiefe Eindringen des Hengstes, das das Risiko innerer Verletzungen der Stute birgt, verhindern. Eine Tupferprobe sowohl des Hengstes als auch der Stute verhindert die Übertragung von Geschlechtskrankheiten.